Gemeinde_Geeste-Logo

Erinnerungsort "Lager XII Dalum"

Dalum

DIE LAGER DALUM UND GROSS HESEPE

Im Rahmen der Erweiterung des Systems der emsländischen Strafgefangenenlager von sieben auf fünfzehn Lager ließ die Justizverwaltung die Lager Dalum und Groß Hesepe im Mai bzw. Juni 1938 zunächst als Strafgefangenenlager für insgesamt 1.500 bzw. 1.000 Gefangene erstellen. Noch vor der ersten Belegung der Lager wurden im August/September 1938 zehn bzw. sieben Baracken abgebaut und an die deutsch-französische Grenze bei Zweibrücken in die Pfalz transportiert, wo Strafgefangene zur Zwangsarbeit beim Bau von Festungsanlagen am „Westwall“, einem militärischen Verteidigungssystem entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches, eingesetzt waren. Bedingt durch den Rücktransport der Baracken und Verzögerungen beim Bau der Lager-Wasserwerke konnte der Wiederaufbau der Lager erst im Mai 1939 abgeschlossen und Dalum bzw. Groß Hesepe als „Lager XII Dalum“ bzw. „Lager XI Groß Hesepe“ dem Kommandeur der Strafgefangenenlager im Emsland in Papenburg übergeben werden. Eine Belegung mit Strafgefangenen vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erfolgte nicht mehr.

Mit Beginn des Krieges im September 1939 übernahm das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) die Lager als Kriegsgefangenenlager und ordnete sie als Zweiglager dem Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager (Stalag) VI C Bathorn zu – neben Alexisdorf und Wietmarschen. Nördlich angrenzend befand sich das Stammlager VI B Versen mit den Zweiglagern Oberlangen, Fullen und Wesuwe. Sämtliche Kriegsgefangenenlager im Emsland und in der Grafschaft Bentheim unterstanden dem Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis VI mit Sitz in Münster.